Die fantastische Welt der Infrarot-Fotografie

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Oft werde ich, wenn es auf das Thema Infrarot-Fotografie kommt, auf Wärmebildkameras angesprochen. Nein, hier geht es um etwas anderes. Manchmal wird auch von schönen Winterlandschaften gesprochen. Nein, auch keine Winterlandschaften. Hier ein kleiner Annäherungsversuch.

 

Infrarotaufnahmen wirken traumhaft, wie aus einer anderen Welt - mitunter aber auch bizarr bis morbid. Dies liegt daran, weil das menschliche Auge infrarotes Licht nicht wahrnehmen kann. Die Farbtonverteilung bei Infrarotbildern wirkt einfach fremd - mich hat sie in ihren Bann gezogen.

Ausrüstung

Ich möchte euch zwei Möglichkeiten vorstellen, Infrarotaufnahmen zu machen. Erstens: es wird ein Infrarotfilter vor das Objektiv montiert. Bei dieser Variante ist die Belichtungszeit sehr lang, da viele Kameras einen Infrarotsperr-Filter vor dem Sensor haben. Es muss definitiv mit einem Stativ gearbeitet werden - die Belichtungszeit kann mehrere Minuten betragen. Dies ist eher ungünstig wenn man bewegte Motive, wie z.B. einen Baum mit Blättern, ohne Bewegungsunschärfen fotografieren möchte.

 

Daher bietet sich eine zweite Variante an: der Umbau einer Kamera. Dabei wird der Filter, der das infrarote Licht blockt, entfernt und durch einen Infrarotpassfilter ersetzt. Die Belichtungszeiten sind nun so kurz, dass man aus der Hand fotografieren kann. Allerdings muss man sich bei dieser Variante auf einen bestimmten Filter (z.B. 720nm) festlegen, da dieser nun fest mit der Kamera verbaut ist. Es werden Filter mit verschiedenen Stärken angeboten. So lässt ein Filter mit 590nm (Nanometern) noch viel farbiges Licht hindurch, es entsteht eine Mischung aus Farbfoto mit Infraroteffekt. Ein Filter der Stärke 850nm lässt hingegen nur noch infrarotes Licht hindurch. Übrigens: Das menschliche Auge kann Licht zwischen einer Wellenlänge von 380 - 780nm wahrnehmen.

 

Sind eigentlich alle Objektive für die Infrarotfotografie geeignet? Einige Objektive erzeugen einen sogenannten Hotspot. Damit ist ein heller Fleck in der Mitte des Bildes gemeint, der konstruktionsbedingt ist. Im Web gibt es Auflistungen mit geeigneten Objektiven, also Objektiven, die diesen unerwünschten Effekt nicht aufweisen. Persönlich nutzte ich für Infrarotfotografie sehr gern das Canon 50mm 1.8 II, dieses Objektiv ist bestens geeignet und hat eine gute Bildqualität. Daneben greife ich auf das Canon 16-35mm 4.0 L IS USM zurück.

Wood-Effekt

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Chlorophyll, das Planzen die grüne Farbe gibt, wird im infraroten Licht sehr hell dargestellt. Dieses Phänomen wurde nach seinem Entdecker Robert Williams Wood benannt. Es ist wahrscheinlich der auffälligste Infrarot-Effekt. Dieser Effekt lässt die "Winterlandschaften" entstehen.

Kontrastreiche Fernsicht

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Infrarotes Licht hat die Eigenschaft, Dunst sehr gut zu durchdringen. Deshalb wirken Infrarotaufnahmen oftmals auffällig klar mit Weitsicht. Hier seht ihr eine Aufnahme aus einem Flugzeug. Das Foto wurde in 10.000 Meter Höhe aufgenommen. Die Vorbereitung ist für eine gute Aufnahme aus einem Flieger immens wichtig. 1. Die Wahl des Sitzes: Fensterplatz, das ist klar. Aber die Tragfläche oder das Triebwerk sollten nicht das gesamte Bild verdecken. Ein Teil ist m.E. sinnvoll, so hat man einen gewissen Größenvergleich. Aber am allerwichtigsten: die Sonne darf uns nicht entgegenscheinen. Also hat die Frage, auf welcher Seite des Fluszeug man sitzt, eine elementare Bedeutung. Zudem muss man hoffen, dass das Fenster sauber und nicht zerkratzt ist. 2. Die Wahl der Kleidung, die man im Flugzeug trägt. Sehr helle Kleidung spiegelt sich im Fenster wider. Das wirkt störend - also dunkle bis schwarze Kleidung ist da wesentlich besser. Übrigens: Da das Foto nachträglich koloriert wurde, hat es eher nicht den typischen Infrarot-look. In das angefügte Bild könnt ihr richtig tief reinzoomen!

Bildbearbeitung

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out of cam

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nach Bearbeitung


Infrarotaufnahmen bedürfen einer umfangreichen Nachbearbeitung: spezieller Weißabgleich, Rot-Blau-Kanaltausch, Kontrastanpassung, um nur einige Bearbeitungsschritte zu nennen. Als Veranschaulichung habe ich das Ausgangsfoto des Bildes "Kongresshalle" hier mit aufgenommen. Anhand der Originalaufnahme wird deutlich, warum man von Infra-ROT-Fotografie spricht.

Ich benutze eine Canon 550D mit einem fest verbautem 720nm Infrarotfilter. Dieser Filter lässt noch einen Rest farbigen Lichts auf den Sensor. Die Schwarz-Weiß-Fotos wurden mit einem Bildbearbeitungsprogramm umgewandelt. Weitere Beispiele für Infrarot-Fotografien sind in der Galerie unter Infrarot zu finden. Viel Spaß in der zauberhaften Märchenwelt der Infrarot-Fotografie.

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