Minimalismus in der Fotografie - Die Kunst der Reduktion

Was macht ein minimalistisches Foto besonders? Die Konzentration auf nur wenige Bild-Komponenten erfordert eine radikale Selektion vom Fotografen. Wenn uns diese Reduktion oder Leere in den Bann zieht, dann ist ein minimalistisches Bild gelungen. Die Schwierigkeit besteht darin, mit wenigen Elementen Emotionen beim Betrachter zu wecken. Ein minimalistisches Foto ist ein vermeindlich unvollständiges Bild, das in der Phantasie des Betrachters vervollständigt wird. Daher wird eine minimalistische Fotografie auch unterschiedlichste Wahrnehmungen auslösen - es werden verschiedenste Gefühle hervorgerufen.

Wie kann ich ein minimalistisches Bild fotografieren? Minimalistische Ansätze sind zum Beispiel: die Beschränkung auf nur wenige Elemente, das Zeigen eines Ausschnitts von einem Ganzen, die Darstellung von geometrischen Formen bzw. von Mustern oder das Zeigen von kleinen, filigranen Objekten in Bezug auf die Gesamtfläche. Im weiteren Sinne können Bilder mit Unschärfeeffekten auch zu minimalistischen Bildern gerechnet werden, obwohl diese meines Erachtens eher abstrakter Natur sind.

 

Wo finde ich minimalistische Motive? Um minimalistische Fotos zu schießen, muss man nicht an die See oder in die Berge fahren. Vielmehr ist die Fantasie und das Vorstellungsvermögen des Fotografen gefragt - minimalistische Bilder entstehen im Kopf. Architektonische Elemente können beste Sujets sein. Aber auch in der Natur sind minimalistische Motive zu finden - ja selbst im eigenen zu Hause wird man fündig. Mit ein wenig Übung wird man erstaunliche Resultate erzielen.

 

Mehr nicht? Die Bild-Komposition ist bei minimalistischen Bildern besonders wichtig, da es ja nur aus wenigen Elementen besteht, muss dem Bildaufbau besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Dabei kann man auf den Goldenen Schnitt oder die Drittelregel zurückgreifen - aber man sollte sich auch auf sein Gefühl verlassen und mal die ein oder andere Regel durchbrechen. Schwarz-Weiß-Fotografien betonen des öfteren die minimalistische Wirkung, stellen jedoch kein Dogma dar. Wer Freude an der minimalistischen Fotografie findet, wird merken, dass sie nachhaltige Einflüsse auf die gesamte persönliche Fotografie ausstrahlt - Bildkreation und Aufgeräumtheit der Bilder werden maßgeblich beeinflusst.  So ist der Minimalismus eine gute Übung für die Entwickluung der eigenen Fotografie.

 

Zusammenfassend könnte man sagen: "Mit minimalistischen Motiven kann man etwas zeigen, was gar nicht auf dem Foto zu sehen ist."

In meiner Galerie findet ihr weitere Beispiele für minimalistische Fotografien.

Viel Spaß beim Reduzieren und Weglassen!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0